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Die seriösen Forschungsergebnisse von Lück wurden allerdings durch die berüchtigte "Sprachregelung" des Reichspropaganda-Ministeriums aus dem Februar 1940 konterkariert, durch die die Zahl von 5.437 Ermordeten im Weißbuch Nr. 1 nun in der von Hans Schadewald herausgegebenen zweiten Auflage des Weißbuches (Die polnischen Greueltaten an den Volksdeutschen in Polen, Berlin 1940, die erweiterte zweite Auflage erschien unter dem Titel: Dokumente polnischer Grausamkeit) verzehnfacht wurde. Nun war die Rede von 58.000 vermißten und ermordeten Volksdeutschen. Von diesen 58.000 seien 12.857 (die Genesis dieser präzisen Zahl ist ungeklärt) mit Sicherheit identifizierte Ermordete. Die Zahl von 13.000 Ermordeten hielt auch der Generalreferent und Neffe Arthur Greisers, Gauleiter des Warthelandes, in seinen völlig unbeachteten Memoiren (Harry Siegmund: Rückblick. Erinnerungen eines Staatsdieners in bewegter Zeit. Kiel 1999) für durchaus möglich. Daß die Zahl von 58.000 nichts mehr mit der Wirklichkeit gemein hatte, war damals allen nur halbwegs eingeweihten Volksdeutschen bekannt, was allerdings Buchautoren bis heute nicht daran hindert, in rührender Naivität diese absurde Zahl immer wieder aufzugreifen.
Die Zahl der Opfer ist in der Literatur unterschiedlich angegeben worden und dürfte zwischen 1500 und 5800 gelegen haben. In dieser Höhe wurde sie von dem Leiter der Mordkommission des Reichssicherheitshauptamtes, Dr Bernhard Wehner, in einer ausführlichen Zeugen-Vernehmung nach dem Kriege beziffert (3479 Tote errechnete Gentzen anhand der Gräber- und Vermisstenkartei). Wehner war mit den Ermittlung in Bromberg beauftragt worden und meldete zunächst die Zahl 5800 Mitte Dezember 1939 dem Auswärtigen Amt, das mit dem Erstellen eines deutschen Weissbuches befasst war. Wehner berichtete: 'Kurze Zeit später erfuhr ich, dass Hitler wegen dieses Weissbuches sehr erregt gewesen sei. Auf seinen Befehl musste die gesamte gedruckte Auflage im Februar oder März 1940 eingestampft werden.' Hitler ordnete an, dass in der von ihm genehmigten Ausgabe die Zahl der Opfer zu verzehnfachen sei. Damit wurde von der deutschen Propaganda die Zahl von 58,000 Mordopfern der 'polnischen Septembermorde' übernommen. Intern korrigierte Wehner später die Gesamtzahl auf 3500 nach unten, nachdem in ehemals polnischen Gebiet deutsche Polizeidienststellen 'ordnungsgemäss' arbeiteten und die Vermisstenfälle erfassten.





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