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Löschen unter Luftkriegsbedingungen in Nürnberg
Die Schnellkommandos
Ebenfalls 1941 wurden sogenannte "Schnellkommandos" gebildet. Sie hatten die Aufgabe, "durch entschlossenes Eingreifen den Selbstschutz in der Bekämpfung gefährlicher Entstehungsbrände zu unterstützen". Durch das rasche Ablöschen der Entstehungsbrände, sollte den angreifenden Feindflugzeugen das Zielen erschwert werden. Mit Erlaß vom 3. März 1943 gab der Chef der Ordnungspolizei bekannt, daß er gegen eine Ausrüstung der Schnellkommandos mit C-Schläuchen (120 m), Standrohr, Übergangsstück B/C usw. keine Bedenken habe. Die Frage der Beschaffung wurde geschickt umgangen:“
(...) im LS-Ort Nürnberg-Fürth waren im August 1942 30 planmäßig aufgestellte Schnellkommandos vorhanden. Sie standen in Gruppen von 4 - 6 Kommandos den LS- Abschnittskommandos (SAK) zum "geschlossenen überlagernden Einsatz" zur Verfügung.
(...) Der Einsatz der Schnellkommandos in Nürnberg verlief zumindest in den Jahren 1942/43 sehr erfolgreich. Bei dem Luftangriff vom 28./29. August 1942 erlebten diese Einheiten ihre erste Feuertaufe. Einzelne Schnellkommandos wurden bis zu dreißigmal eingesetzt
(...) einige Kommandos beteiligten sich an der Bergung von Vieh und landwirtschaftlichen Geräten, ein anderes Kommando half bei der Bergung von verschütteten Personen tatkräftig mit. Auch in den folgenden Nächten griffen die Schnellkommandos bei der Bekämpfung aufflackernder Brände ein. Nach diesem Angriff hob der Polizeipräsident den Wert der Schnellkommandos hervor:
(...) Zusammenfassend kann berichtet werden, daß die Schnellkommandos erneut ihren Wert bewiesen haben.
(...) Die bei den Schnellkommandos eingeteilte Hitler-Jugend hat sich mit unermüdlichem Eifer und großer Tatkraft eingesetzt. Viele Hitler-Jungen meldeten sich immer wieder zum freiwilligen Einsatz.
(...) Die Schnellkommandos hatten eine Stärke von 2 Polizeibeamten (davon 1 Fahrer), 3 SHDMännern und 6 Jugendlichen aus der HJ-Feuerwehr. Zur Beförderung dienten besonders angekaufte schwere Personenkraftwagen. In einem Einachsanhänger wurde das Löschgerät (Schaufeln, Hacken, Sandeimer, Fangleinen, Luftschutzspritze, Taschenlampen und später auch 2 Schutz-schilde gegen Splitter und Spritzer von Stabbrandbomben) mit-geführt.
(...) Der Einsatz der Schnellkommandos in Nürnberg verlief zumindest in den Jahren 1942/43 sehr erfolgreich.
(...) Spätestens im Februar 1943 war ein Teil der Nürnberger Schnellkommandos mit Hydrantengerät ausgestattet. In der Nacht vom 25./26. Februar 1943 gelang es einem Schnellkommando in der Kaulbachstraße einen größeren Dachstuhlbrand zu löschen, mit dem die Selbstschutzkräfte nicht fertig werden konnten. Durch den Einsatz einer C-Leitung konnte das Feuer gelöscht werden. In den ersten Nächten nach dem Angriff waren Schnellkommandos wiederum zur Oberwachung von Phosphorbränden eingesetzt, die regulären FE-Kräfte wurden nicht benötigt. 14
Bei Beginn des Krieges sollten die Schnellkommandos noch während bzw. unmittelbar nach einem Luftangriff eingesetzt werden. Vorrangig sollten sie Entstehungsbrände bekämpfen und den Selbstschutz unterstützen. Ab 1943 mir „Hydrantengerät“ ausgestattet waren sie auf eine funktionierende Sammelwasserleitung angewiesen. Der häufige Totalausfall der Wasserversorgung oder zu geringer Rohrleitungsruck, vor allem aber die zunehmende Wucht der Angriffe ließ die ursprüngliche Begeisterung für diese „Eingreifform“ und die Neigung noch während des Angriffs auf die Straße zu gehen, schnell sinken. Die Schnellkommandos wurden vermutlich im Verlauf des Jahres 1944 im ganzen Reich und wohl auch in Nürnberg aufgelöst. Es war selbst unter den damaligen Umständen nicht mehr zu verantworten, Hilfs- und Löschkräfte in den Bombenhagel der sich steigernden Angriffswellen hineinzuschicken und damit sinnlos zu opfern.




