by Dieter Zinke on 18 Aug 2012 22:40
Edgar Röhricht
* 16.06.1892 Liebau/Niederschlesien (heute: Lubawka/Polen)
† 11.02.1967 Linz/Rheinland
01.10.1912 Einjährig Freiwilliger
22.01.1915 Leutnant der Reserve
00.00.1917 Leutnant (Patent vom 28.01.1912)
18.10.1918 Oberleutnant ohne Patent
01.10.1919 Patent vom 20.06.1918
01.02.1927 Hauptmann
01.10.1933 Major i.G.
01.04.1936 Oberstleutnant (34)
18.01.1939 Oberst (Patent vom 01.01.1939)
01.02.1942 Generalmajor (ohne Patent)
01.04.1942 Patent erhalten
01.04.1943 Generalleutnant
01.09.1944 General der Infanterie
Eltern: Gotthold Röhricht (Preuß. Beamter) & Frau geb. Schneider
01.10.1912 Eintritt in das Grenadier-Regiment “König Wilhelm I.“ (2. Westpreußisches) Nr. 7, Liegnitz/Niederschlesien (heute: Legnica/Polen)
00.00.1914 Prüfung A abgelegt
02.08.1914 mit dem 4. Schlesischen Infanterie-Regiment Nr. 157, Brieg/Schlesien (heute: Brzeg/Polen) ins Feld
00.00.1917 in den aktiven Dienst überführt
1914/ 1918 Zug- und Kompanie-Führer, Regiments-Adjutant
01.10.1919 im Stab des Wehrkreises II, Stettin, kommandiert zur Ausbildung als Führergehilfe
Frühjahr 1920 beim Reichswehr-Infanterie-Regiment 16 der Reichswehr-Brigade 8, Oppeln, des Übergangsheeres
01.01.1921 im 7. (Preußischen) Infanterie-Regiment, Schweidnitz/Schlesien (heute: Świdnica/Polen)
01.10.1921 Eskadronoffizier im 4. (Preuß.) Reiter-Regiment, Potsdam
01.10.1922 im 3. (Preußischen) Infanterie-Regiment, Deutsch Eylau/Ostpreußen (heute: Iława/Polen); Zugführer, Adjutant des Ausbildungs-Bataillons (Marienburg, heute Malbork/Polen)
Frühjahr 1924 Chef der 10. Kompanie des 3. (Preußischen) Infanterie-Regiments, Osterode (heute: Ostróda/Polen)
1925/ 1926 Adjutant des III. Bataillons des 3. (Preußischen) Infanterie-Regiments, Osterode
1927 1928 Chef der 13. (Minenwerfer) Kompanie des 3. (Preußischen) Infanterie-Regiments, Deutsch Eylau, danach im Stab des Regiments
1929/ 1931 Regimentsadjutant des 3. (Preußischen) Infanterie-Regiments, Deutsch Eylau
01.10.1931 kommandiert zum Pressereferat der Wehrmachtabteilung des RWM unter Oberst von Schleicher
Dabei dienstliche Beobachtung des politischen Geschehens, - dies steigert seine Skepsis gegenüber dem System, zumal nach von Schleichers Ermordung (30.06.1934 in Neubabelsberg) im Umfeld der Liquidierung des OSAF Ernst Röhm
01.10.1932 ins Pressereferat der Wehrmachtabteilung des RWM versetzt (ab 01.02.1933 unter General Walter von Reichenau, dem Chef des Ministeramts)
Nachdem er 1935 erfahren hatte, dass Himmler ihn wegen angeblicher Kontakte zu Emigranten bespitzeln ließ, bat er um Versetzung zur Truppe
15.10.1935 Ia der 19. Infanterie-Division , Hannover
01.12.1936 1. Generalstabsoffizier (Ia) des IV. Armee-Korps , Dresden
Mitarbeiter und Vertrauter Friedrich Olbrichts, auch Kontakte dort zu Goerdeler. Schon damals gibt Röhricht aufgrund seiner Kenntnis von der Struktur des Offizierskorps einem Staatsstreich keine Chance. Er behält diese Beurteilung bei, trotz veränderter Rahmenbedingungen im Laufe des Krieges
01.05.1939 Kommandeur des Infanterie-Regiments 34, Heilbronn
26.08.1939 Chef des Generalstabes des V. Armee-Korps bei der 5. Armee
06.10.1939 Führerreserve
10.10.1939 Chef der Truppenausbildungs- Abteilung (4. Abteilung) beim Oberquartiermeister II im Oberkommando des Heeres
26.10.1940 - 16.06.1942 Chef des Generalstabes der1. Armee in France.
18.06.1942 Führer-Reserve OKH und stellvertretender Führer verschiedener Divisionen
03.10.1942 Kommandeur der 95. Infanterie-Division
1942 kommt er als Kommandeur der 95. ID bei Rshew zur Erkenntnis, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen ist
00.09.1943 - 00.09.1943 zugleich mit der stv. Führung des XII. Armee-Korps beauftragt (für Kurt von Tippelskirch)
00.12.1943 Führer-Reserve OKH
00.12.1943-30.01.1944 mit der stv. Führung des XX. Armee-Korps beauftragt (für General der Artillerie Rudolf Freiherr von Roman während desssen Abwesenheit)
30.01.1944 langes Gespräch mit Henning von Tresckow. Röhricht erneuert seine Bedenken gegenüber der nicht ausgereiften Planung eines Staatsstreiches, da man insbesondere für das zu erwartende Chaos danach nicht gerüstet. Auch die schon erhobene Forderung der Alliierten nach bedingungsloser Kapitulation nehme der Widerstand kaum zur Kenntnis. So kann er sich nicht zur Teilnahme am Umsturz entscheiden, und im Konflikt zwischen “Pflicht und Gewissen“ (so der Titel seiner Erinnerungen) verbleibt er unentschlossen
31.01.1944 Führer-Reserve OKH
21.03.1944 02.06.1944 mit der Führung des LIX. Armee-Korps beauftragt (danach Gen.Lt. Friedrich-Wilhelm Müller (02.06.1944 - 10.06.1944))
10.06.1944 erneut mit der Führung des LIX. Armee-Korps beauftragt
01.09.1944 Kommandierender General des LIX. Armee-Korps
29.01.1945 Führerreserve
14./15.02.1945 erlebt gemeinsam mit Nobelpreisträger Gerhard Hauptmann, dem er, selbst literarisch begabt, nahesteht, in der Nacht den sinnlosen Angriff auf Dresden
01.04.1945 in Altefeld bei Eisenach/Thüringen in amerikan. Gefangenschaft
00.00.1947 Entlassung
k.u.k. Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration (ÖM3K)
Verwundetenabzeichen in Weiß 14/18
Spange zum EK I
09.04.1943 Deutsches Kreuz in Gold
15.05.1944 Ritterkreuz
Unverheiratet
Hans Ulrich von Oertzen, sein Pflegesohn, nimmt als enger Vertrauter Henning von Tresckows an der Ausarbeitung der “Walküre“-Pläne teil. Er hält am 20. Juli 1944 t am Fehrbelliner Platz im Wehrkreiskommando III den Kontakt zur Bendlerstraße aufrecht. Nach seiner Verhaftung am 21.07.1944 kann er Selbstmord begehen.
Röhricht versinkt in Fatalismus, verwirft aber den Gedanken an Selbstmord. Die klare Niederlage vor Augen verteidigt er generalstabsmäßig weiter. Wohl sieht er zum Führer keine unabdingbare Eidbindung mehr, bleibt aber in der Pflicht.
Werke:
Von Blomberg, Werner; Röhricht, Edgar; von Bostell, Werner: Der Tag der Wehrmacht Nürnberg 1935. Verlag Siegismund, 1936
Röhricht, Edgar: Probleme der Kesselschlacht. Dargestellt an Einkreisungs-Operationen im Zweiten Weltkrieg, Condor-Verlag, Karlsruhe 1958
Röhricht, Edgar: Pflicht und Gewissen. Erinnerungen eines deutschen Generals 1932 bis 1944. Verlag Kohlhamer, Stuttgart 1965
Quelle: Ueberschär
Dieter Z.