Axis History Forum

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The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Discussions on all aspects of the German Colonies and Overseas Expeditions.
Hosted by Chris Dale.

Re: The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Postby Peter H on 13 Nov 2011 23:30

Correct,see here:
http://www.wehrmacht-awards.com/forums/ ... &highlight

Photo from J.N. Houterman
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Peter H
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Re: The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Postby Arto O on 13 Dec 2011 20:37

THANKS Peter H,
very interesting.
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Re: The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Postby Chris Dale on 16 Feb 2013 19:32

I've added a page on the Afghan Mission to the German Colonial Uniforms website-
http://s400910952.websitehome.co.uk/ger ... ission.htm

Enjoy!

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Re: The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Postby Tanzania on 22 Feb 2013 06:15

Dear Chris,

Perfect! Thanks for information.

Regards Holger
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Re: The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Postby Chris Dale on 22 Feb 2013 09:47

Thanks Holger, glad you enjoyed it!

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Re: The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Postby Dieter Zinke on 23 Feb 2013 19:04

Oskar Ritter von Niedermayer
* 08.11.1885 Freising/Oberbayern
† 25.09.1948 im Krankenhaus des Gefängnisses Wladimir östlich von Moskau


15.07.1905 Fahnenjunker
24.02.1906 Fähnrich
08.03.1907 Leutnant
05.01.1914 Oberleutnant
17.08.1916 Hauptmann (Pat. Nr. 23)
01.08.1922 Charakter als Major
01.05.1932 Major (E)
01.10.1932 Oberstleutnant (E)
01.10.1938 Oberst (E)
01.05.1942 Oberst (mit Pat. v. 01.10.1938)
01.09.1942 Generalmajor

Eltern: Ministerialrat Friedrich Niedermayer & Emma geb. Vogel (* 09.10.1860)

00.00.189_ - 00.00.1905 humanistisches Gymnasium in Regensburg
15.07.1905 Eintritt in das 10. bayerischen Feldartillerie-Regiment, Erlangen
00.00.1907 zugleich Beginn eines Studiums der Geographie, Geologie und der iranischen Sprachen an der Universität Erlangen Dabei freundet er sich mit einem persischen Kommilitonen aus Interesse an dessen Heimatland an. Dieser Perser gehört der Bahai-Sekte an, der Niedermayer dann selbst beitritt
01.10.1909 - 09.08.1910 kommandiert zur Königlich Bayerischen Artillerie- und Ingenieur-Schule, München
09.08.1910 zum 10. bayerischen Feldartillerie-Regiment zurück
01.09.1912 - 31.07.1914 mit Gehalt beurlaubt als Teilnehmer an einer wissenschaftlich-politischen Forschungsreise nach Persien, Russland und Indien
Prinzessin Therese Charlotte Marianne Auguste von Bayern (* 12.11.1850 München, † 19.12.1925 Lindau), die einzige Tochter des Prinzregenten Luitpold von Bayern, ermöglichte diese Reise mit einem Stipendium. Sie selbst war Ethnologin, Zoologin und Botanikern (dabei offizielles Autorenkürzel: “THERESE“) sowie Reise-schriftstellerin, daneben engagierte sich sozial-karitativ.
Niedermayer wird bei vollem Gehalt für eine zweijährige Forschungsreise beurlaubt, dabei durchquert er als erster Europäer die Wüste Lut (Dascht-e Lut) im Iranischen Hochland, die größte Wüste Persiens.
Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrt er nach Deutschland zurück.

01.08.1914 stellv. Batterieführer der 3. Batterie des 10. Bayer. Feldartillerie-Regiments
00.08.1914 als Artillerie-Offizier zum Stab der 5. bayer. Infanterie-Division versetzt
Nach einem Erkundungseinsatz im Wald von Champenoux erreicht ihn die Aufforderung des Berliner Auswärtigen Amtes an einer geplanten deutsch-türkischen, halb diplomatischen, halb militärischen Expedition nach Persien und Afghanistan teilzunehmen. Das Bayerische Kriegsministerium und die Oberste Heeresleitung ent-sprechen der Anforderung und stellen Niedermayer für die Sondermission ab.
15.09.1914 mit Gehalt beurlaubt: durch Verfügung des Kgl. Bayer. Kriegsministeriums der OHL und dem Auswärt. Amt für Ausland-Expedition (Führer der Afghanen-Expedition) zur Verfügung gestellt: Start einer Geheimmission des Auswärtigen Amtes zum subversiven Versuch, das Britannien als Protektorat verbundene Afghanistan zu einem Frontwechsel zu bewegen. Emir Habibullah sollte seine wilden paschtunischen Reiterstämme in Britisch-Indien einfallen lassen
13.12.1914 Eintreffen in Aleppo (Syrien), stößt mit dem Rest des Expeditionsgepäcks zu den anderen Teilnehmern.
Die Afghanistan-Expedition (37 Mann, 79 Tiere) muss ohne klaren Befehl 11.000 km vom Osmanischen Reich aus zu Pferd zurücklegen, britischen Kamelreitern aus Belutschistan an den Grenzstellen ausweichend
Dazu gehört der später im Kampf gegen die Briten äußerst erfolgreiche Konsul Wilhelm Waßmuß, ein Vertreter der Firma Mannesmann, ein Kunstmaler, der Bruder Niedermayers, Dr. Fritz Niedermayer, als Expeditionsarzt und nur wenige Berufsmilitärs. Weiterhin entsendet das Auswärtige Amt zugleich eine 2. Expedition unter dem Legationssekretär (und Kürassier-Leutnant) Dr. iur. Werner-Otto von Hentig, deren Zielsetzung nicht eindeutig von der Niedermayer-Expedition abgegrenzt war.
03.04.1915 Überschreiten der türkisch-persischen Grenze
19./20.08.1915 Durchbrechen der britischen Sperren bei Birsched und Vordringen bis nach Hierat in Nordwestafghanistan
26.09.1915 Ankunft in Kabul; dort in einer abgeschotteten Oase, Baburs Garten, einquartiert
Ende 10.1915: erst jetzt Empfang der Berliner Delegation durch den Emir in seinem Sommersitz im Bergnest Paghman, 20 km vor Kabul. Das Angebot von Wilhelm II. (Bündnisvertrag zur gemeinsamen Kriegsführung) scheitert trotz vieler zäher Gespräche mit Emir Habibullah und dessen Bruder Nasrullah Chan am dortigen Willen zu Neutralität
28.12.1915 "f. d. Dauer des mob. Verhältn. unter Weitergew. d. deutsch. Feldbes. dem Stabe d. Chefs d. Gen.St. des Feldh. z.b.V. im Orient zugeteilt (Stab Frhr. v.d. Goltz)"
21.05.1916 Kabul muss verlassen werden , die Expedition Hentigs schließt sich Niedermayer an und man tritt gemeinsam den Rückmarsch an
Nachdem die Kämpfe an der türkischen Mesopotamienfront sich immer kritischer gestalten und andererseits der Druck des britischen Vizekönigs auf den Emir zugenommen hatte, weigert sich Habibullah in den Krieg gegen England einzusteigen, sofern nicht eindeutig andere Vorraussetzungen geschaffen werden können.
Man teilt sich jedoch, wobei Hentig den Marsch über das Hochland von Pamir, durch China und danach per Umweg über die USA nach Berlin schafft. Niedermayer hingegen wählt den Weg durch Russisch-Turkestan, die Karakorum-Wüste und Nordpersien. Er erreicht die Etappenstadt Kirmanschah an der großen Strasse Teheran-Bagdad, wo er sich beim türkischen Befehlshaber meldet und freundlich dort begrüßt wird
00.08.1916 in Westpersien bei dem Rückzug in die Türkei am Kopf und linken Arm verwundet
01.09.1916 Eintreffen im türkischen HQu in Kermanshah, Offizier z.b.V. beim Kommando der Heeresgruppe F in Yilderim
28.12.1916 - 15.01.1917 z.V., dem Stab des türkischen Generalfeldmarschalls Freiherr Colmar von der Goltz-Pascha in Kermanshah zugeteilt
Mitte Februar 1917: Nach Rückkehr von der misslungenen Mission Reise nach Berlin zur Berichterstattung gegenüber dem 1. Generalquartiermeister Ludendorff im Großen Hauptquartier
1936 erscheint in der Hanseatischen Verlagsanstalt Hamburg in 2. Auflage sein Buch “Im Weltkrieg vor Indiens Toren: der Wüstenzug der deutschen Expedition nach Persien und Afganistan“
14.06.1917 vorst. Zut. aufgeh. u.d. K. Bayr. K.M. z. Verf. gest.
16.06.1917 unter Weitergew. d. Feldbes. z. d. Offz. v. d. Armee vers. beh. Verw. i. Gen.Stab i. Orient
28.06.1917 in den “Generalstabsdienst im Orient“ versetzt und dem Heeresgruppenkommando F z.b.V. zugewiesen. Einsatz im Osmanischen Reich (Westpersien, im Irak, in Süd- und Westpalästina)
14.06.1917 Aufhebung des Kommandos bei der Heeresgruppe in der Türkei, z.V. des bayer. Kriegsministeriums unter Verbleib in der Türkei
28.06.1917 Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Kgl. Bayer. Generalstabs-Uniform
09.07.1917 erneut dem Heeresgruppenkommando F zur besonderen Verfügung überwiesen
20.07.1917 eingetroffen
00.00.1917 Führer des Flankenschutzes Ost; Verwendung im Stab Jildirim (Reise Kreß)
00.00.1917 I a im Generalstab der 4. Türkischen Armee
00.00.1917 Chef des Generalstabs des Expeditionskorps gegen Tafile (Expeditionskorps bei einem Vorstoß gegen die Hedschas-Bahn, dem legendären Oberst Thomas Edward Lawrence gegenüberstehend: Kämpfe von Turane, Bir-el-Hasr, Dschebel-Dana bei Aleppo,, Tawfik)
20.03.1918 kommandiert zur Berichterstattung in das Große Hauptquartier
15.05.1918 zum Generalstab des III. Bayer. Armeekorps kommandiert
Kämpfe in der Champagne und in Flandern
31.07.1918 Kommandierung nach der Türkei und Zuteilung zur Militärmission aufgehoben, Kommand. zum Gen.Kdo. wird b.a.w. verlängert
21.09.1918 Ib im Generalstab der 8. Reserve-Division
23.09.1918 Übernahme der Geschäfte nach Eintreffen dort
21.01.1919 bei der II. Abteilung des 10. bayer. Feldartillerie-Regiments eingeteilt
01.02.1919 zur Fortsetzung des Studium an der Universität München für ein Semester beurlaubt
30.04.1919 in das bayer. Schützenkorps (Freikorps) von Epp eingetreten, Niederschlagung der Räterepublik (Befreiung Münchens und Nürnbergs)
00.05.1919 Leiter der Werbezentrale des Freikorps von Epp
14.06.1919 Leiter der Werbezentrale Nürnberg
15.06.1919 erneut zum Abschluss des Studiums in München für ein Semester beurlaubt
26.06.1919 dabei überplanmäßig dem leichten Artillerie-Regiment 21 zugeteilt
22.08.1919 Promotion (“summa cum laude“) zum Dr. phil. an der Universität München bei Prof. von Drygalski “Die Binnenbecken des iranischen Hochlandes“. Lernt Rudolf Heß im geopolitischen Kreis um Generalmajor a.D. Prof. Karl Haushofer kennen
06.10.1919 der Abwicklungsstelle des 10. bayer. Feldartillerie-Regiments zugeteilt
12.12.1919 Stabsoffizier bei der Kraftfahr-Abteilung 23
01.06.1920 Adjutant des Reichswehrministers Gessler; kurz im Heereswaffenamt.
Mitglied der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin
00.07.1921 sucht Hugo Junkers in Dessau auf, um ihn auf die Möglichkeit des geheimen Flugzeugbaus in der Sowjetunion anzusprechen
01.08.1921 der Heeresfriedenskommission zugeteilt
01.10.1921 in das Artillerie-Regiment 6 versetzt (Etatstelle)
23.12.1921 Abschied
24.12.1921 im besonderen Auftrag der Reichswehr im Ausland tätig, in der Sondergruppe “R“/Russland unter Oberst Walther Nikolai von der Abteilung III B (Auslandaufklärung)
Sommer1924 - 00.00.1932 als Professor getarnt (Deckname “Neumann“) Leiter der inoffiziellen zentralen Verbindungsstelle zwischen Reichswehr und Roter Armee. Residiert in einer Villa in Moskau neben dem englischen Konsulat. Kontaktpflege zu Lipezk (Flieger), Kasan (Panzerfahrzeuge) und Saratow (chemische Kampfstoffe)
Er ist in Moskau Stellvertreter von Hermann von der Lieth-Thomsen (1867-1942), der im Ersten Weltkrieg ab März 1915 Chef des Feldflugwesens und ab November 1916 Chef des Stabes beim Kommandierenden General der Luftstreitkräfte war. Von 1925 bis zu seinem krankheitsbedingten Abschied 1928 leitet er die deutsche Militärmission in Moskau (“Zentrale Moskau“"). Im Jahr 1935 erfolgt seine Reaktivierung (für die Kriegswissenschaftliche Abteilung der Luftwaffe), 1939 seine Beförderung zum General der Flieger.
Anfang 1928 mit der Leitung der drei in der Sowjetunion befindlichen “Versuchsstationen“ (Lipezk, Kasan, Saratow) beuftragt
01.05.1932 als Major wieder angestellt, im 2. (Preußischen) Artillerieregiment, Schwerin, kommandiert zur Kommandantur Berlin.
immatrikuliert sich an der Berliner Universität und nimmt am Geographischen Kolloquium teil
31.01.1933 Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, um eine Universitätslaufbahn einzuschlagen
31.07.1933 Habilitation , später Privatdozent mit Lehrauftrag für “Wehrgeographie und Wehrpolitik“ an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin
erhält zunächst die Venia legendi für “Geographie mit besonderer Berücksichtigung der Wehrgeographie“
Habilitation über “Wachstum und Wanderung im russischen Volkskörper“
Lehrveranstaltungen ab dem Wintersemester 1933/34. Nur durch Intervention von Rudolf Heß kann er noch vor dem 1. Mai 1933, an dem die Aufnahmesperre in Kraft tritt, NSDAP-Mitglied werden
00.07.1935 muss parteiinterne Selbstkritik üben, weil er als Sympathisant der Sowjetunion gilt
Wegen seiner positiven Äußerungen über die UdSSR und die Rapallo-Politik in die Kritik rabiat antisemitisch-antibolschewistischer Kräfte geraten, hätte seine Laufbahn hier schnell ein Ende haben können. Er habe zu spät erkannt, dass einzig und allein die Außenpolitik des Führers den richtigen Weg zu weisen im Stande ist (so im Schreiben vom 06.08.1935 an die Adjudantur des Führers)
01.11.1935 als E-Offizier wieder eingetreten, Offizier z.b.V. des Oberbefehlshabers des Heeres
19.09.1936 Ordentlicher Professor an der Universität Berlin
Niedermayer hatte die Militärführung und Haushofer, den Freund von Heß, mobilisiert. Der “Stellvertreter des Führers“ sorgt für die Professur an der Berliner Universität. Die Ernennungsurkunde wird von Hitler unterzeichnet
28.01.1937 Ordinarius für Wehrgeographie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin
Die Ernennung wird zunächst nicht wirksam, weil Goebbels erhebliche Bedenken geltend macht (prosowjetische Tendenzen. Er würde verkennen, dass die Sowjetunion vom “Internationalen Judentum“ regiert werde). Erst nach Eingreifen von Rust, dem RM für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, erhält er sein Ordinariat am 27.07.1937
26.05.1937 zugleich auf ausdrücklichen Wunsch Hitlers Direktor des neu geschaffenen “Instituts für Allgemeine Wehrlehre“ an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin
Es wird faktisch von seinem Stellvertreter geleitet, dem Staatswissenschaftler Arno Winter. Damit hat Niedermayer sein “nationalpolitisches Forschungsinstitut“, welches die Regierung “in der Führung des Deutschtumskampfes durch Forschungen und Publikationen“ unterstützen soll. Da er das geringe Ansehen des Akademikers bei der NS-Führung beklagt, bittet er um ein Frontkommando
Dieses vor allem von der Wehrmacht finanzierte Institut erhielt 1937-1942 eine Aussenstelle im “Institut für Heimatforschung“ in Schneidemühl, das sich als ein “nationalpolitisches Forschungsinstrument“ mit “Raum-“ bzw. “Volkstumsforschung“ vor allem in der Grenzmark Posen-Westpreussen im Dienst rassisch fundierter Neuordnungspläne (“das deutsche Volkstum und sein Lebensraum“) des NS-Staates beschäftigte
Leiter der Hochschularbeitsgemeinschaft für Raumforschung
00.00.1939 im Beirat der “Forschungsabteilung Judenfrage“ im “Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland“
1935 durch den Reichsminister für Erziehung, Bildung und Volksbildung, Rust, gegründet wird das Reichs-institut wurde Zentrum der antisemitischen deutschen (pseudowissenschaftlichen) Geschichtsschreibung. Als Präsident fungiert Walter Frank, Geschäftsführer ist bis 1939 Wilhelm Grau. Zu den bekanntesten Mitgliedern gehören die Eugeniker Eugen Fischer, Hans F. K. Günther, sowie Otmar Freiherr von Verschuer.
1940 in der Zeitschrift d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin. Jg. 1940, Nr ½ erscheint sein Artikel “Wehrgeographie am Beispiel Sowjetrusslands“
20.02.1941 das OKW lehnt seine zweite Bitte um ein Frontkommando ab
25.05.1941 Niedermayer wendet sich am noch einmal persönlich an Wilhelm Keitel, den Chef des OKW, mit der Bitte um ein Frontkommando
00.10.1941 kommandiert zur Infanterie-Schule Döberitz
Seit Kriegsbeginn ersuchte Niedermayer um eine Verwendung in der Wehrmacht, entweder an der Front oder mit einer Beteiligung seines Institutes an der Verwaltung des bestzten Polens. Er bittet sogar einige befreundete Generäle um Fürsprache, nach das OKW nicht reagierte.
01.05.1942 aktiviert
13.05.1942 mit der Führung der 162. Infanterie-Division beauftragt, im Raum Stettin
Das Divisionskommando wurde am 18.05.1942 nach Stettin zur Auffrischung verlegt. Es war als Aufstellungs- und Ausbildungsstab für ausländische Freiwilligen-Verbände aus sowjetrussischen Kriegsgefangenen (Osttruppen) vorgesehen und wurde am 21.05.1943 in Stab/162. (Turk.) Infanterie-Division umbenannt.
21.05.1942 mit der Führung der aus Freiwilligen der nordkaukasischen Völker der Sowjetunion aufgestellten 162. (turkmen.) Infanterie-Division (auch 162. (turk.) Division genannt), beauftragt
Der Stab war dazu vorgesehen, im Hinterland der Heeresgruppe Süd in der Ukraine aus nicht-russischen Kriegsgefangenen Truppen gegen die UdSSR zu formieren. Die Division lag zunächst in der Ukraine, wo sie für die Ausbildung der so genannten “Ostlegionen“ sorgt. Im Februar 1943 verlegt sie auf den Truppen-übungsplatz Neuhammer in der Saganer Heide (heute: Świętoszów/Polen). Bis zum Herbst 1943 wird sie dort in eine reguläre Felddivision umgegliedert, vorwiegend aus kaukasischen, georgischen und turkotartarischen Soldaten bestehend. Der Einsatz erfolgt auf dem Balkan im Kampf gegen Partisanen. Im März 1944 erfolgt die Verlegung nach Italien, um dort den alliierten Vormarsch aufzuhalten. Im Rahmen der 10. Armee kommt die Division am 9. Juni 1944 zum ersten größeren Einsatz, bei dem sie sich nicht bewährt. Doch zu diesem Zeitpunkt war Niedermayer schon nicht mehr Kommandeur der Einheit.
01.09.1942 Kommandeur der 162 (turkmen.) Infanterie-Division
Erster Einsatz Oktober bis Dezember 1943 (Bandenkampf in Slowenien und Norditalien)
1942 erscheint sein Buch “Wehrgeographie“ (Steiniger-Verlage, Berlin)
Frühjahr 1944 Feldmarschall Kesselring beurteilt Niedermayer: “Die allgemeine Bildung steht über dem Durchschnitt … Er ist jedoch mehr Gelehrtennatur als Truppenkörper. In der Entschlussfassung zu zögernd und in der Befehlsführung zu langsam“. Das führt zur Ablösung!
21.05.1944 zum Kommandeur der Osttruppen z.b.V. 703 beim OB West ernannt, noch im Mai 1944 in “Kommandeur der Freiwilligen Verbände beim OB West“ umbenannt
Diese Dienststelle (zunächst unter GM Bodo von Wartenburg), fungiert als oberste Kommandobehörde aller Osttruppen in Ausbildungs-, Koordinations- und Betreuungsfragen. Sie wird ab Mai 1944 in “Kommandeur der Freiwilligen Verbände beim OB West“ umbenannt
00.08.1944 nach Denunziation durch Offiziere seines engeren Stabes, darunter Major Hohlfeld, in das Wehrmachtsgefängnis Torgau überführt unter Anschuldigung der Wehrkraftzersetzung und Defätismus.
Niedermayer, kein Anhänger der NS- Besatzungspolitik, warnt nach Kräften vor falscher Einschätzung der UdSSR. Er äußert sich im engeren Kreise seines Stabes abfällig über Hitlers Ostpolitik, diese sei “vollkommen falsch. Es hätte von 1933 an nur eines gegeben, “Zusammengehen mit Russland“; angesichts der Alternative des Untergangs des deutschen Volkes müsse somit die Führung weg (er kritisiert die Ideologie die fordert, dass das deutsche Volk notfalls bis zum Untergang weiter kämpfen müsse). Er steht in lockerer Verbindung zu Stauffenberg und anderen Verschwörern, für eine Beteiligung an der Konspiration gibt es aber keine Belege.
Die Anklage erfolgt zunächst durch das Reichskriegsgericht in Torgau der Fall wird aber an den Volksgerichtshof abgegeben, da dieser für alle politischen Delikte zuständig ist.
Zahlreiche Freunde erinnern an Niedermayers Verdienste und schreiben Eingaben, u.a. an den Reichsführer-SS und OB des Ersatzheeres, Heinrich Himmler
11.04.1945 die für diesen Tag anberaumte Sitzung des Volksgerichtshofs findet nicht mehr statt
25.04.1945 US-Truppen erreichen Torgau und das von den Wachmannschaften bereits geräumte Wehrmachtgefängnis Fort Zinna, aus dem sich Niedermayer wahrscheinlich kurz zuvor abgesetzt hat.
Nach der Kapitulation versucht er durch die russisch besetzten Gebiete in seine Heimatstadt Regensburg zu gelangen, er stellt sich jedoch in Karlsbad den Truppen der Roten Armee in der Hoffnung, dass ihn seine Kontakte aus der Zeit des Deutsch-Russischen Offiziersaustausches retten würden. Eine fatale Fehleinschätzung! Er wird von den Sowjets verhaftet und in das Moskauer Ljubjanka-Gefängnis eingekerkert. Alte Kontakte nutzen nichts, er wird wegen angeblicher Spionage in den Zwanzigerjahren zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die er in der Strafanstalt Wladimir verbüßen sollte. Schwer an Tuberkulose erkrankt stirbt er in der Haftanstalt Wladimir östlich von Moskau .
Über letzte Lebenszeichen berichten Mitgefangene wie der Rundfunkmoderator Hans Fritsche und der Ge-sandte Dr. Fritz Grobba
Moskau rehabilitiert ihn vierzig Jahre später.

Seit 24.11.1922 verheiratet mit Clara Max. Josepha Siebert

Kgl. Bayerische Prinzregent-Luitpold-Jubiläums-Medaille
08.10.1914 Eisernes Kreuz II. Klasse
11.09.1914 Kgl. Bayerischer Militär-Verdienstorden 4. Klasse mit Schwertern
00.11.1915 Eisernes Kreuz I. Klasse
00.10.1916 Türkischer Eiserner Halbmond
01.12.1916 Türkische Liakat-Medaille mit Schwertern
00.04.1917 Türkischer Osmanié-Orden 4. Klasse
00.07.1917 RK des Kgl. Preuss. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
25.05.1918 Kgl. Bayerischer Militär-Verdienstorden 4. Klasse mit Krone und Schwertern
k.u.k. Österr. Militär-Verdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration (ÖM3K)
Verwundetenabzeichen, schwarz
Kgl. Bulgarischer Militärverdienstorden 4. Klasse
21.02.1919 Ritterkreuz des Kgl. Bayer. Militär-Max Joseph-Ordens (mit Wirkung vom 05.09.1916)
Ehrenkreuz für Frontkämpfer
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis II. Klasse
Spange zum EK II
Spange zum EK I
Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern
Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern


sources:
Christopher Jahr in “Hitlers militärische Elite“, Band 1, Hrsg. von Gerd R. Ueberschär, 1998
Dr. Gerd F. Heuer
DER SPIEGEL, 11 / 2002 S. 190 - 192
http://balsi.de/Homepage-Generale/Heer/ ... tseite.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_von_Niedermayer
Seidt, Hans-Ulrich: “Berlin, Kabul, Moskau - Oskar Ritter von Niedermayer und Deutschlands Geopolitik“. Universitas Verlag, München 2002, ISBN 3-8004-1438-4
http://www.deutsche-kriegsmarine.de/Per ... itterv.htm
Bayerisches Hauptstaastarchiv, HS 2484 (Nachlass Prof. Oskar Ritter von Niedermayer)
http://www.bundesarchiv.de/aktenreichsk ... a2_45.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Niedermaye ... Expedition


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Re: The German Lawrence:Ritter von Niedermayer

Postby Chris Dale on 23 Feb 2013 22:13

Thank you very much for all that information, Dieter! Especially the medals awarded and dates...

Cheers
Chris
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