This is an apolitical forum for discussions on the Axis nations, as well as the First and Second World Wars in general hosted by Marcus Wendel's Axis History Factbook in cooperation with Michael Miller's Axis Biographical Research and Christoph Awender's WW2 day by day.








....THE HORSEWOMEN WORE THE STANDARD UNIFORM TUNIC OF THEIR HEADQUARTERS ( without rank ) RIDING BREECHES AND BOOTS.



Autor: Major Dr. Radke
Zur Geschichte der Bereiterinnen
In der zweiten Hälfte des Krieges, als die Frontformationen einerseits jeden qualifizierten Uffz. und Soldaten brauchten, andererseits aber auch Reit- und Zugpferdematerial - nicht zuletzt infolge der großen Verluste in den vorangegangenen Kriegswintern - vermehrt benötigte, entschloß sich zu Beginn des Jahres 1943 die Abt. Reit- und Fahrwesen (Insp. 3) im OKH Frauen und Mädchen, die im Umgang mit Pferden Erfahrung hatten, als sogen. Bereiterinnen einzustellen. Dadurch wurden zahlreiche Offz. und Uffz., die als Remontereiter beim Stammpersonal der Wehrkreis-Reit- und Fahrschulen (bis Ende 1938 Remonteschulen) eingesetzt gewesen waren, für die Frontverwendung frei.
Friedensmäßig gab es außer der Heeres-Reit- und Fahrschule Hannover, sp. Krampnitz, die Wehrkreis-Reit- und Fahrschulen Lyck (I), Demmin (II), Beeskow (III), Oschatz (IV), Aalen (V), Warendorf (VI), Dillingen (VII), Militsch, Bez. Breslau (VIII), Gardelegen (IX), Soltau (X), Großenhain (XI), Babenhausen/Hessen (XII), Bamberg (XIII), Schloßhof /Niederösterreich (XIV) mit ungefähr je 450 Pferden. Sie waren für die Ausbildung der Remonten als Reit- und Zugpferde für die Infanterie und die besp. Truppenteile des Heeres zuständig, während die Kavallerie ihre Remonten selbständig bei den einzelnen Regimentern im Kriege in den Remonteschwadronen der Ersatztruppenteile, heranzog.
Ab 1939, nach der Umbenennung der Wehrkreis-Remonteschulen in Wehrkreis-Reit- und Fahrschulen, wurde auch ihr Aufgabengebiet erweitert. Sie waren zuständig für die Heranbildung von Reitlehrern für die unberittenen Truppen und schulten in Kurzlehrgängen Regiments-, Bataillons- und Abteilungskommandeure, sowie Kompanie- und Batteriechefs für die Abnahme von Reit- und Fahrberechtigungen, außerdem hatten die Schulkommandeure die Reit- und Fahrausbildung aller Truppen des Korps, außer des Kavallerie-Regiments des jeweiligen Korps, zu überwachen. Infolge des erhöhten Pferdebedarfs im Kriege mußte die Ausbildungszeit für die Remonten verkürzt werden. Vielfach wurden die jungen Pferde schon nach fünf- bis sechsmonatiger Ausbildung an die Ersatztruppenteile abgegeben. Das erforderte eine noch systematischere und intensivere Ausbildung von Pferden und Bereiterpersonal, so daß besonders den neu eingestellten Bereiterinnen eine außerordentlich schwierige Aufgabe erwuchs.
Es war durchaus keine Ausnahme, wenn eine Bereiterin 8 bis 10 Remonten und 1 bis 2 weitere Schulpferde am Tage zu reiten hatte und dann noch im Einfahren dieser Pferde eingesetzt wurde. Der Dienst war auch außerhalb der Reit- und Fahrstunden soldatisch streng. Wie die Soldaten unterstanden die Bereiterinnen der Disziplinarstrafgewalt ihres Schwadronschefs. Auf Einhaltung des Zapfenstreichs wurde streng geachtet. Selbst Arreststrafen und Ausgangsbeschränkungen sollen durchaus nicht selten ausgesprochen worden sein, wobei dann die " 3 Tage" mangels geeigneter Arrestlokale manchmal auf der Schreibstube abgesessen wurden. Obwohl die Bereiterinnen aus allen Bevölkerungsschichten kamen, waren sie wohl zum größten Teil Soldatentöchter, die sich schnell in die soldatische Umwelt einlebten. Nach einer strengen Prüfung im Reiten und im sonstigen Umgang mit Pferden wurde ein Dienstvertrag abgeschlossen. Die Bereiterinnen erhielten die kleidsame Uniform der Stabs- und Nachrichtenhelferinnen, allerdings mit Stiefeln, lederbesetzter Reithose und Sporen - was von ihnen sehr wichtig genommen wurde - das goldgelbe Paspol an den Dienstmützen anstelle der zitronengelben "Kavallerie-Fehlfarbe" der "Blitzmädchen". Die steingrauen Uniformjacken waren einreihig und zweireihig, der lange steingraue Tuchmantel hatte nach Art der Kavalleriemäntel hinten einen langen Reitschlitz. Zwischen 10 und 20 Bereiterinnen waren bei jeder Wehrkreis-Reit- und Fahrschule eingesetzt.
Quelle: Deutsches Soldatenjahrbuch 1967 / 15. Deutscher Soldatenkalender, S. 258ff

Annegrete Schwenck
Von zu Hause fort und wieder zurück
In Bamberg
Herbst 1944 - März 1945
Im Herbst 1944 hörte ich, dass junge Mädchen gesucht wurden, die Remonten für die Wehrmacht einreiten sollten, um Soldaten für die Front frei zu machen. Das war für mich die Gelegenheit, auch einmal von zu Hause fortzukommen, wieder mehr zu reiten und außerdem etwas "Kriegswichtiges" zu tun. Ich meldete mich für diese Tätigkeit und wurde von der Bamberger Wehrkreis Reit- und Fahrschule angenommen, nachdem ich im Oktober dort eine Aufnahmeprüfung bestanden hatte.
Am 04.11.1944, als die letzten Kartoffeln in der Scheune waren, machte ich mich mit einem schweren Koffer und voller Erwartungen auf die Reise. Nach sechsmaligem Umsteigen erreichte ich Bamberg am Abend, gerade bei Fliegeralarm.
Wir Bereiterinnen waren in der alten Kaserne in Zweibettzimmern untergebracht. Meine Zimmergenossin hatte die kärglich eingerichtete Stube mit Decken, Pferdebildern und Büchern ein wenig wohnlicher gemacht. Am nächsten Morgen wurde ich eingekleidet, denn wir galten als "Zivilangestellte, berechtigt zum Tragen einer Uniform". Man gab mir eine blau-graue Uniformjacke, graue Hemdblusen, einen schwarzen Schlips, einen Uniformmantel und eine Soldatenmütze. Eine Reithose und Reitstiefel sollten für mich nach Maß angefertigt werden. Schon nachmittags musste ich Stammpferde reiten. Das waren Pferde, die schon dressurmäßig geritten waren und auf ihnen bekamen wir jeden Tag Unterricht. Da war ich froh, dass ich mein eigenes Reitzeug mitgebracht hatte.
An der "Bamberger Wehrkreis Reit- und Fahrschule" gab es etwa 400 Pferde, die meisten von ihnen vierjährige Remonten aus Trakehnen, die frisch von der Koppel kamen. Etwa 80 Soldaten und Offiziere sowie 20 Bereiterinnen sollten diese Pferde für den Kriegsdienst ausbilden. Eine größere Zahl ungarischer und rumänischer Pferdepfleger mussten Pferde und Ställe sauber halten. Für die Fütterung waren deutsche Unteroffiziere verantwortlich, die Sattel und Zaumzeug hatte jeder Reiter selbst zu putzen. Die Schule hatte drei Reithallen und einen sehr großen Reitplatz. Unser täglicher Dienst begann um 07.00 Uhr morgens mit dem Zureiten der jungen Pferde. Bis mittags musste jede von uns fünf bis sechs Pferde eine dreiviertel Stunde lang reiten. Die Pferde wurden uns gesattelt übergeben.
Es waren immer dieselben Tiere, die eine jede von uns zugeteilt bekam. Meine hießen Bote, Bogumiel, Bianka, Bluff, Bodo und Bräutigam und ich kam ziemlich gut mit ihnen zurecht, denn zuerst kam es nur darauf an, im Sattel zu bleiben, während die Pferde in Schritt und Trab bewegt wurden. Nachdem sie diese Lektionen gelernt hatten, versuchten wir, sie dressurmäßig zu reiten, was viel schwieriger war. Ein erfahrener Wachtmeister gab die Befehle und wir "Damen" wurden nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst, wenn auch immer höflich angeredet. Die größten Schwierigkeiten gab es, wenn die Pferde an den Krieg gewöhnt werden sollten. Dazu schoss einer der Ausbilder mit dem Karabiner mehrmals in die Luft. Das erschreckte nicht nur die Pferde. Sie gewöhnten sich allerdings schneller daran als ich. Oft kamen höchste Offiziere zum Zusehen in die Reithalle und um sich zu erkundigen, wie sich die Reiterinnen bewährten.
Am Nachmittag, nach zwei Stunden Pause, hatten wir Unterricht am Fahrgerät. Das war sehr langweilig, aber wir mussten die perfekte Zügelhaltung nach Methode "Achenbach" lernen, ehe wir zuerst mit der Schleppe und dann mit verschiedenen Wagen draußen fahren durften. Danach ritten wir eine Stunde lang die Stammpferde, um unseren Sitz
zu verbessern. Anschließend putzten wir Sattel und Trensen und kämmten unseren Pferden Mähnen und Schweife. Die Zeit bis zum Abendessen reichte gerade zum Waschen und Umziehen.
Wir Bereiterinnen hatten einen eigenen Essraum. Unsere Verpflegung war eintönig und nicht besonders reichlich. Vor allem fehlten uns Obst und Süßigkeiten. Oft stopften wir unsere Taschen im Stall mit getrockneten Rübenschnitzeln voll, die wir während der Pausen aßen. Es hieß, sie machten die Zähne weiß und glänzend.
Trotz des anstrengenden Dienstes war ich abends allein oder mit einigen anderen Mädchen oft in der Stadt. Manchmal gingen wir sogar in unserem Reitzeug aus. Unser Kommandeur hatte das zwar verboten, weil er sowieso fürchtete, wir würden in der männlichen Umgebung und bei der Männerarbeit verrohen. Wir dagegen empfanden uns als etwas Besonderes. Und damit hatten wir auch Recht, denn es gab in der Großdeutschen Wehrmacht nur 120 bis 140 Bereiterinnen auf sechs Reit und Fahrschulen verteilt. Wir gingen in die Restaurants oder Weinstuben, führten Fachgespräche mit unseren Reiterkameraden, aßen und tranken - wenn es etwas gab - und wurden stets höflich zum Tor der alten Kaserne zurückgebracht. Die dienstfreien Sonntage verbrachten wir meist auf der Suche nach Cafes, in denen noch Kuchen serviert wurde. Auf diesen Wegen lernte ich die schöne Altstadt gut kennen. Nur den Bamberger Reiter habe ich vergebens gesucht. Er war zum Schutz gegen Fliegerbomben eingemauert worden. Wenn es das Wetter erlaubte, erkundete ich die Umgebung auf einem geliehenen Fahrrad.
Im Februar begannen die schweren Luftangriffe auf Nürnberg und Würzburg. Auch auf Bamberg fielen einige Bomben. Als Würzburg brannte, sahen wir den nächtlichen Feuerschein am Himmel. Bei jedem der immer häufiger werdenden Alarme sollten wir natürlich in die Luftschutzkeller gehen. Aber ich erinnere mich, dass ich oft, wenn auch mit ungutem Gefühl, im Bett liegen blieb. Ich war einfach zu müde.
Schon Mitte Februar konnten wir unsere Pferde im Gelände bewegen. Das war eine herrliche Abwechslung nach dem eintönigen Dienst in der Reithalle. Statt des langweiligen Fahrgerätes lenkten wir nun Wagenpferde auf dem Reitplatz und auch schon in der Stadt. Dabei passierte ein fürchterliches Unglück. Die Pferde eines Wagens scheuten, rissen das Gefährt heftig nach vorn, und eine unserer Kameradinnen, die hinten auf dem Wagen stand, stürzte so unglücklich auf das Straßenpflaster, dass sie sofort tot war.
Zwar wussten wir, dass der Krieg, d. h. die amerikanische Armee, mit jedem Tag näherrückte, doch der Dienst ging weiter wie gehabt. Sogar das Kommandeursreiten am Sonnabendnachmittag, bei dem die besten Reiterinnen und Reiter die besseren Pferde reiten durften und sogar eine Quadrille einübten, fand weiterhin statt. Auch Zeitlehrgänge für Fähnriche und junge Offiziere wurden noch abgehalten.
Der März 1945 begann mit herrlichem Frühlingswetter, Anemonen und Primeln blühten schon. Die Nachrichten - wenige nur - die uns zu Ohren kamen aber klangen immer bedrohlicher. Am 25. März 1945 waren die ersten US-Panzer bis Aschaffenburg gelangt. Ich konnte mir nicht vorstellen, was aus uns werden sollte. Am Ostermontag wurde
Ausgangssperre verhängt. Unsere Vorgesetzten fingen an, eine Absetzbewegung vorzubereiten. Die Pferde, die Trosswagen und Kutschen für die Offiziere ziehen sollten, wurden das erste Mal beschlagen. Für das Beschlagen der Reitpferde reichte die Zeit nicht. Vielleicht gab es auch nicht genug Hufeisen. Die Trosswagen wurden mit Feld-
küche, Verpflegung für Mensch und Tier, Werkzeug, Ersatzgeschirr und Marketenderwaren beladen. Ein Wagen war für das allernötigste Gepäck von Reitern und Reiterinnen vorgesehen. Jeder Reiter bekam zwei Packtaschen, eine Feldflasche und Kochgeschirr und einen "Woillach"*, das war eine Wolldecke, und eine Zeltbahn ausgehändigt.
Alles was wir sonst noch an persönlichen Habseligkeiten besaßen, wurde in den Kellern einer Brauerei eingelagert.
* (Woillach = Pad und Decke, mehrere Schichten nehmen die Reibung weg)

Heimatschuss wrote:...
Despite we knew that the war i.e. the American army was coming closer each day service went on as usual. Even commander's riding on Sunday afternoon where the best female and male riders were allowed to ride the better horses and even trained a quadrille continued unabated. Short courses for ensigns and young officers still took place too.
March 1945 started with wonderful springtime weather, anemones and primulas were already blossoming. But the news - just a few - that reached us sounded more and more threatening. ..

Stephan wrote:This is a little OT but quite interesting. The training and everyday work was completely as usual as late as february-march 1945... I presume it was so also in other places too where they had not open war activities.



Users browsing this forum: CommonCrawl [Bot], pierrec45 and 1 guest