German diary 1945: help with handwriting

Need help with translating WW1, Inter-War or WW2 related documents or information?
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Dimitrii
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German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 15 Sep 2019 10:29

Hello,

I have this diary (1945) without much further information. It seems to be about a boy on the run, going back home (?). Can somebody help me with a transcription? Some parts are difficult to read. I tried to scan the pages as best as I could...
Tagebuch1.jpg
Tagebuch2.jpg
Tagebuch3.jpg
Tagebuch4.jpg
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Hohlladung
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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Hohlladung » 15 Sep 2019 14:19

Dimitrii,
The first page is easy to read, the others will take longer:

dort bogen wir aber vorher ab + (und) gingen über Ditfurt auf Blankenburg zu. Unterwegs mußten wir außerhalb + (und) innerhalb der Dörfer an Massen von Amerikanern vorbei, wurden aber nie angehalten bzw. nach Papieren gefragt. Hinter Ditfurt sahen wir zum 1. Mal seit langem die Harzer Berge wieder.

Best regards
Armin
"Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?" Friedrich, II. in der Schlacht von Kolin am 18.Juni 1757 zu seinen zurückgehenden Grenadieren.

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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 15 Sep 2019 14:57

Hohlladung wrote:
15 Sep 2019 14:19
Dimitrii,
The first page is easy to read, the others will take longer:

dort bogen wir aber vorher ab + (und) gingen über Ditfurt auf Blankenburg zu. Unterwegs mußten wir außerhalb + (und) innerhalb der Dörfer an Massen von Amerikanern vorbei, wurden aber nie angehalten bzw. nach Papieren gefragt. Hinter Ditfurt sahen wir zum 1. Mal seit langem die Harzer Berge wieder.

Best regards
Armin
Hello Armin,

Thank you for taking the effort! I hope it is possible to read the other pages too? It reads very interesting. There are more pages too.

Much obliged and thanks again,
Dimitrii

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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Hohlladung » 15 Sep 2019 18:16

Dimitrii,
Here's the second page as far as I can read it:

Da es schon dämmerte gingen wir in ein einsam d.......?
Gehöft +(und) erhielten dort auch Nachtquartier. Am nächsten morgen zogen wir dann frisch weiter und durchwanderten den 1. Höhenberg +(und) Wald. Plötzlich

Best regards
Armin
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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Hohlladung » 15 Sep 2019 20:18

Here's page 3:

hörten wir 1 deutsches "Halt"! +(und) sahen seit langem wieder die 1. deutschen Posten. Wir waren also in den Kessel zu den deutschen Linien gekommen, was wir gerade vermeiden wollten.
Nun war es vorerst zu spät. Man schickte uns zu 2 Unteroffz. die uns eigentlich zum Regiments..

Best regards
Armin
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nichte
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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by nichte » 16 Sep 2019 04:29

Good job, Armin,

here are some suggestions/addings.
Hiltraut

to second page:
..... gingen wir in ein einsam dastehendes Gehöft …..
..... durchwanderten die 1. Harzer Berge + [und] Wälder. Plötzlich .....

to third page:
Nun war es fürerst zu spät.
Man schickte uns zu 2 Unteroffz.. die
uns eigentlich zum Kompanies-


fourth page:
gefechtsstand schicken mußten.
Aber sie ließen sich erweichen + [und]
sagten uns sogar noch den Weg
vom Gefechtsstand an den nächsten
Posten vorbei. Wir schnappten
unsere wenigen Sachen + [und] machten,
daß wir aus dieser gefährlichen
Nähe kamen. Da wir ja jetzt
innerhalb der deutschen Linien wa-
ren, erwarteten wir daß jeden Augenblick
wieder angerufen + [und] zum nächsten

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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Hohlladung » 16 Sep 2019 11:25

Hiltraut,
Thanks for the additions.
That's it Dimitrii.

Best regards
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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 19 Sep 2019 21:13

Dear Armin and Hiltraut,

A very big thank you for such a wonderful translation that surely helps to reveal the words this boy wrote down in april (?) 1945. It looks like he was trying to get back home to the Harz region.

I attach the next pages of his diary, in the hope that you, dear Hiltraut and Armin, still want to help with dechiphering as it surely reads like an interesting novel. I always wonder, how will it continue..?

Thank you for much again, and with the warmest regards,
Dimitrii
Tagebuch9.jpg
Tagebuch10.jpg
Tagebuch11.jpg
Tagebuch12.jpg
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nichte
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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by nichte » 20 Sep 2019 02:24

What I read.
Hiltraut
--------------------


Tagebuch 9
Gefechtsstand gebracht zu werden.
Wir gingen dann über das Feld
und ließen Blankenburg links liegen.
Kurz darauf kamen wir in einen Ort, der
sich als Heimburg entpuppte. Der Ort
war gewaltig von feindlicher Ari …..
......... Wir trafen auch viele
deutsche Soldaten, aber keiner hielt
uns an. Kurz vor Ortsausgang
sahen wir 1 [ein] Schild “Wernigerode 9 km”.

Tagebuch 10
Na, wir freuten uns schon gewaltig,
daß wir so nah zu Hause waren.
Aber am Ortsausgang stand 1 [ein] Posten
der uns wahrscheinlich nicht durchlassen
würde. Einige …., die gerade beim
Klatsch ….., sagten uns aber
der ließe uns durch, da wären schon
viele durch. Na, wir stiefelten nun
los, als plötzlich 1 [ein] Zivilist, der
uns wahrscheinlich für Russen hielt,

Tagebuch 11
dem Posten zurief: “Posten, aus-
weisen!” Nun mußte uns der
Posten ja doch anhalten + [und] wahr-
haftig, er brachte uns zum
Gefechtsstand. Dort mußten wir
alles verzählen, unsere Papiere wurden
nachgesehen + [und] wurden dann weiter-
geschickt zum Kompanie-Gefechtsstand.
Dort passierte dasselbe wie beim
1x [ersten Mal]. Wir wurden dann zum

Tagebuch 12
Bataillonsgefechtsstand gebracht, wo
wir abends um 10.oo ankamen. Auch
dort wurden wir wieder verhört + [und] man
fragte uns, ob wir nicht Lust hätten,
mitzukämpfen. Sie würden uns gern
nach Hause lassen, aber gleich hinter
Heimburg wäre der Ami + [und] da
könnten sie uns ja nicht hinlassen.
Dann schickte man uns allein
nach Blankenburg, aber damit

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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 23 Sep 2019 20:40

Dear Hiltraut,
Many thanks again for taking the time to translate this saga for me. For me, it's not only important to read what this young boy wanted to tell us but also to learn more about the plight of many many thousands like him, trying to get home towards the end of the war 1945. I will scan some more tonight, sorry that it took me so long to say to say thank you but feeling very ill lately.
Yours with kind regards,
Dimitrii

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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 23 Sep 2019 20:42

Hello,

here are the next pages. The saga continues...
Tagebuch20.jpg
Tagebuch21.jpg
Tagebuch22.jpg
Tagebuch23.jpg
Tagebuch24.jpg
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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 23 Sep 2019 20:42

Here is the second batch for today:
Tagebuch25.jpg
Tagebuch26.jpg
Tagebuch27.jpg
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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by nichte » 24 Sep 2019 18:06

As I read it, please correct and add as needed.
Hiltraut
---------------------


Tagebuch 20
wir nicht stiften gingen,
nahm man uns unseren Entlassungs-
schein aus dem RAD ab. Wir gingen
dann um 11oo = 23oo [Uhr] nach Blanken-
burg, wo wir uns beim Stadtkom-
mandanten melden sollten. Unter-
wegs wurden wir von 1 Streifenpost
angehalten, der uns 1 laufen lassen
+ [und] uns sogar den Weg zeigen wollte, aber
als sich rausstellte, daß wir unseren
Entlassungsschein nicht mehr haben,

Tagebuch 21
hatte es doch keinen Zweck mehr.
Wir gingen dann am näg-
sten [nächsten] Morgen zum Stadtkomman-
danten in der Schloßkaserne.
Als wir ankamen, stand schon
eine ganze Gruppe von Leuten
am Tor. Es waren Soldaten, Zi-
vilisten + … Ein Feldwebel in
Zivil hatte die Aufsicht. Wahrschein-

Tagebuch 22
lich wollte er auch stiften gehen.
Dieser sagte gleich: “Lassen Sie
die man gleich hier, er, schickt
sie ja doch hierher.” Damit meinte
er den St. [Stadt] Kommandanten. So stellten
wir uns an den Schluß der Gruppe.
1/2 Std. später marschierte diese mit
uns ab, + [und] zwar sollten wir in ein
Auffanglager nach Treseburg kommen.
Unterwegs trafen wir noch ein

Tagebuch 23
altes Humpelbein, das ich noch
öfter erwähnen werde. Es war
ein sehr warmer Tag + [und] alle
schwitzten gewaltig. Auch wir in
unseren Mänteln. Nach + [und] nach
wurde uns die Geschichte zu bunt
+ [und] wir beschloßen stiften zu gehen.
Die Gruppe zog sich weit aus-
einander + [und] wir setzten uns
mit dem alten Humpelbein in den

Tagebuch 24
Straßengraben um uns auszu-
ruhen. Als die letzten der Grup-
pe um die Ecke gegangen waren, ver-
schwanden wir heimlich, still + [und]
leise in den Wald, der rechts
+ [und] links die Straße einsäumte.
Wir gingen dann durch die
Berge + [und] Wälder, bis wir am
Nachmittag plötzlich tief unter

Tagebuch 25
uns die Bode [=Fluß] sahen. Wir kraxel-
ten mutig die Talschlucht hinunter,
wobei wir den Mann ziem-
lich bedauerten, da er den steilen
Berg ganz schlecht hinunterkom-
men konnte. Als wir endlich
unten waren, stellte sich heraus,
daß die Bode, so weit man
sehen konnte, sehr breit + [und] ziemlich
tief war. Wir wären ja durch
gegatscht [Mundart, durchwaten], aber der Mann kam

Tagebuch 26
mit seinem orthopädischen Schuh
da nicht durch. Also mußten wir
wiedern den Berg hoch. Wir nahmen
ihn dann auf in 3 Absätzen.
Der Alte wollte es schon ein
paarmal aufgeben, wobei er immer
sagte, er könnte das seinem
Fuß nicht mehr zutrauen. Doch
als wir oben ankamen, trafen
wir einen Trupp von unge-
fähr 8 Soldaten. Auch 1 Spieß war
dabei. Sie hatten aber schon

Tagebuch 27
keine Waffen mehr. Bei diesen
bekamen wir nochmal Zigaretten,
womit wir überhaupt während
unserer Reise sehr gut versorgt
waren. Dann unterhielten wir
uns noch etwas, worauf die
Soldaten Nachtlager machten.
Wir gingen dann weiter nach Treseburg.

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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 24 Sep 2019 20:21

Fascinating, a big thank you dear Hiltraut! Looks like it is mid or the end of April 1945, judging by the first warm weather he speaks of.

I wonder what happened to Humpelbein, with his orthopedic shoes...? I will post some more scans, hoping to read more about this intereting saga with your kind help.
Last edited by Dimitrii on 24 Sep 2019 20:24, edited 1 time in total.

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Re: German diary 1945: help with handwriting

Post by Dimitrii » 24 Sep 2019 20:23

Here are some more scans, continuing with their journey in Treseburg.
Tagebuch28.jpg
Tagebuch29.jpg
Tagebuch30.jpg
Tagebuch31.jpg
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