SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

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Dimitrii
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SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by Dimitrii » 17 Nov 2019 21:42

Hello dear all,

I would kindly have to request some help with these letters from 1942-1944. Can anybody here read them?

The first one that I attach here is a card for Muttertag in 1942.
Muttertag1.jpg
Muttertag2.jpg
Thank you very much in advance,
Dimitrii
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nichte
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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by nichte » 19 Nov 2019 04:14

Liebe Mama!
Wenn ich Dir heute schreibe, fern
so gedenke ich
Deiner in Dankbarkeit. Besonders möch-
te Dir danken für die aufopfernde
Liebe, mit der Du meiner Frau in
schweren Tagen beigestanden hast. Ich
weiß, daß Du meiner Erna nach der
Geburt unserer Moni viel, viel Arbeit
abgenommen hast, obwohl Du sicher in
Deinem Haushalt sehr viel Arbeit hast.


Ihr könnt Euch vorstellen, daß ich sehr
auf Nachricht gewartet habe und wie ich mich
gefreut habe, als die Nachricht kam, daß die
Moni da war und daß alles so gut und
schnell verlaufen ist. So ist nun wieder
neues Leben in unser Haus gekommen.

gewesen, daß
Wie sich im übrigen das Leben für uns
hier gestaltet, werdet Ihr ja aus Ernas
Briefen gelesen haben. Es fängt nun auch
hier an, Frühling zu werden und herrscht
hier ein unbeschreiblicher Dreck. In der
Hoffnung, daß es Euch beiden gut geht
und Ihr gesund seid verbleibe ich mit
herzlichem Gruß und Kuß Euer Junge.

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by Dimitrii » 19 Nov 2019 15:37

Hello Nichte,

Thanks a lot for the work. It seems that this was a very nice card, but censored by the Feldpost-control.

I will soon upload a new letter from this soldier.

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Dimitrii
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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by Dimitrii » 19 Nov 2019 15:39

Here is a new letter from this soldier. Send from the front, a few months after the previous card.
FP1.jpg
FP2.jpg
FP3.jpg
FP4.jpg
FP5.jpg
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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by Dimitrii » 19 Nov 2019 15:40

Last part:
FP6.jpg
FP7.jpg
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nichte
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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by nichte » 19 Nov 2019 19:16

What I think I read.
Hiltraut
-----------------


Rußland, 22. XI. 42
Liebe Eltern!
Heute, Sonntag vormittag, habe ich ein
bischen Zeit Euch ein par [paar] Zeilen zu schreiben.
Erstmal habt herzlichen Dank für das Packet [Paket].
Es ist alles gut angekommen. Heute morgen
gab es Honigkuchen und Brot mit dänischer
Butter. Hat herrlich geschmeckt. Von Erna und
von Brinkmann und Luise bekam ich am glei-
chen Tage ein Packet [Paket] mit Wurst, Sardinen und
Rauchwaren. Da könnt Ihr Euch vorstellen, daß
wir in dieser Zeit der vielen Päckchen nicht
schlecht leben. Es ist ein herrlicher Wintertag


heute, kalt ist es zwar, aber wir haben ja
eine prima Winterbekleidung und Holz gibt
es hier in reichen Mengen, wir werden
die Bude schon warm halten. Von meinem
Fenster habe ich einen herrlichen Ausblick auf
die Schneelandschaft. Das dunkle grau meiner
frisch gewaschenen Unterhosen, die draußen zum
trocknen hängen, sticht ganz schön ab von dem
blendend weißen Schnee. Na, jedenfalls, gekocht
und gewaschen sind sie. Seitdem ich selber
wasche, ist es mir ein unergründliches
Rätsel, wie Ihr Frauen die Wäsche immer
so blendend weiß kriegt. Die Hosen hängen
so herausfordernd da draußen, als ob sie am
liebsten gleich noch einmal gewaschen werden


wollten. Aber erstmal genügt mir …
Im übrigen ist es hier zu ertragen,
die Läuse machen uns schwer zu schaffen.
Hoffentlich wird es diesen Winter nicht
so kalt werden. Ich denke, wir werden den
Winter über noch hier bleiben. Vielleicht aber
besteht die Möglichkeit, daß wir für einige Zeit
nach Holland kommen, aber man weiß ja
eigentlich nichts, ehe es so weit ist. Daß
ich nun Postminister bin habt Ihr ja sicher
schon von Erna erfahren. Man kommt
sich vor wie ein Landbriefträger. Es ist aber
sehr interessant. Besonders schön ist es, wenn
man dann selbst Post dabei hat. Von Anna


Hynkemaier bekam ich auch neulich einen
Brief, habe mich sehr gefreut, daß die treue
Seele immer so von uns denkt. Ein Packet [Paket]
hat sie auch an mich abgeschickt. War Anna
schon Euch besuchen? Ich schrieb, sie solle
man nur 8 Tage Ferien bei Euch verbringen,
ließe sich das nicht machen? Soeben kommt
ein Kamerad mit einer Tasse Boillon, was
kann man da mehr verlangen vom Sonntag
morgen. Die Berliner schreiben mir oft, denkt
mal, Oma hat schon zu meinem Geburts-
tag selbst geschrieben. Hoffentlich erlebt
Oma noch den …..; und wenn dann wird
unsere erste Reise uns auch nach Berlin


führen. Es ist ja auch bald an der Zeit,
daß wir unsere Hochzeitsreise machen;
Morgen sind wir zwei Jahre verheiratet.
Wie die Zeit nur vergeht! Ich habe durch
Brinkmann einen Blumenkorb bestellen
lassen, hoffentlich ist er am Morgen hinge-
bracht worden. Ich denke, meine tapfere,
kleine Erna wird sich dazu freuen! Hof-
fentlich können wir im nächsten Jahre
gemeinsam den Tag verleben. Oft sehne
ich mich sehr nach unserer kleinen Maus
und möchte sie richtig abknutschen. Hoffent-
lich bekomme ich bald ein Bild von ihr. Der
Opa wird ja wohl schön mit Moni herum-
toben, hoffentlich verziehst Du sie nicht so


sehr. Opa, dann hat ihr Vati ja nachher
doppelte Arbeit, obwohl Erna mir sagte, daß
ich sie im Urlaub verwöhnt habe. Aber, kann
man den [denn] anders? Von Franz hatte ich auch
vor einiger Zeit eine Karte, er wird sicher
in Südfrankreich sein. Es wäre schön für
Lissie, wenn Franz Weihnachten zu Hause
sein könnte, er ist ja nun auch schon mehr
als 6 Monate von Hause fort. Wo werdet Ihr
die Weihnachtstage verbringen? Ich denke, Ihr
werdet zu Anneliese fahren! Erna und Moni
fahren ja wohl zu ihren Eltern nach Ru-
rüp [rüg?], d.h. wenn der Vati nicht plötzlich
Weihnachten nach Hause kommt. Schön wäre


es ja, wenn ich Weihnacht unsere Kleine
am Lichterbaum sehen dürfte! Was wird sie
wohl große Augen machen. Ich denke, sie
wird ihren Vati wohl nicht kennen. Wenn
sie blos [bloß] nicht heulen wird, denn Erna schrieb,
daß sie für Fremde Angst hat. Wie sieht
es denn nun bei Euch aus? Habt Ihr
die Mappe nun abgegeben? Es ist ja
auch bald zu viel für Dich im Winter,
lieber Papa! Nun für diesmal Schluß,
grüßt alle Bekannten und Freunde von mir,
besonders Erna und meiner Moni darfst Du
einen herzhaften Kuß von mir geben.
Es grüßt Euch vielmals
Euer Johann

Einen Gruß von Frau Niedziella,
ich hatte sie erschreckt, weil ich die
Anschrift auf einen Brief von Hans
geschrieben habe.

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by nichte » 20 Nov 2019 03:43

nichte wrote:
19 Nov 2019 04:14

CORRECTION on Post #2

Liebe Mama!
Wenn ich Dir heute schreibe, fern.......
Moni da war und daß alles so gut und
schnell verlaufen ist. So ist nun wieder
neues Leben in unser Haus gekommen.

gewesen, "daß" should read "doch"

Wie sich im übrigen das Leben für uns
hier gestaltet, werdet Ihr ja aus Ernas.........

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by Dimitrii » 20 Nov 2019 22:26

Hallo Nichte,

Many thanks for the effort you took. This is a very nice letter. I will soon post the following (1943).

Best regards,
Dimitrii

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by Dimitrii » 20 Nov 2019 22:33

Hello,

Here is the next letter, several months after the previous one. It is already 1943 by now:
FP21.jpg
FP22.jpg
FP23.jpg
FP24.jpg
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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by nichte » 21 Nov 2019 02:56

As I read it.
Hiltraut
------------------


Rußland, am 23. I. 43

Liebe Eltern!
Vorerst unserem lieben Papa zum Geburtstage am
4.2. die herzlichsten Glückwünsche und alles Gute für
das neue Lebensjahr! Für den Sylvesterbrief auch noch
herzlichen Dank. Die Entscheidung, ob Ihr blau wart, kann
ich wohl am besten treffen. Nach der Schreibweise zu urtei-
len habt Ihr wohl alle bis auf Mama einen kleinen
Haarbeutel [old phrase meaning tipsy] gehabt. Aber das soll dann und wann sogar
sehr gesund sein und treibt vor allem die lausige
Kälte aus dem Körper. Ich bin in bestimmt kein

Säufer, aber wenn wir abends von unserer Postrun-
de kommen und die Nasenspitzen frieren, wirkt
ein kleines Schnäpschen Wunder. Es ist jetzt sehr kalt
hier. Dank unserer tadellosen Ausrüstung macht uns
das aber nichts aus. Wir haben jeden Tag etliche
Kilometer zu fahren. Das kann ja zuweilen unange-
nehm sein, besonders bei Schneesturm. Da sind wir abends
immer froh, wenn wir wieder am Bunkerofen hocken. Wir
wohnen im Bunker mit zwei Mann. Dazu kommen dann
die Gaultiere, Ratten, Mäuse, Läuse. Neulich haben
wir eine große Ratte gefangen, die hat nachts immer
so verdammten Lärm gemacht. Seitdem haben wir
Ruhe. Die kleinen Mäuschen machen uns nichts aus,
die sind wohl noch froh, daß sie im warmen Bunker hocken
können. Es war schade, daß Ihr, bedingt durch den Krieg,

nicht nach Berlin fahren konntet. Wie sehr hätte
unsere liebe Oma sich gefreut, wenn sie Euch noch ein-
mal gesehen hätte. Nun hat sie ihre Ruhe vor den
qualvollen Schmerzen, die sie die letzten Jahre so
tapfer getragen hat. Sie ruht neben Gert in K.W. es
ist die schönste Grabstätte auf dem Friedhof dort. Ich bin
froh, daß ich im Sommer noch mal dort war. Und wie
hat Oma mich noch mit meinem Fortgehen geherzt und
gestreichelt. Es war ein schwerer Abschied, ahnte ich doch
schon, daß es der letzte sein würde. Tante Grete hat mir
schon ein par [paar] Mal geschrieben. Sie vermißt ihr Omchen
sehr, ja es wird einsam sein in ihrer Wohnung. Über Eure
Pakete haben sich die Berliner sehr gefreut. Das war sicher
eine große Überraschung für sie, als Franz plötzlich dort

auftauchte. Ob er nicht bald auf Urlaub kommen wird?
Er ist ja nun auch schon 3/4 Jahr fort. Anneliese und
Heinz werden wohl jeden Tag auf ihren Vati warten.
Ich bin ja nun auch bald wieder in der oberen Reihe.
Etwas müssen sich meine Mädels aber noch gedulden,
da augenblicklich Urlaubssperre ist. Na, die Zeit läuft ja
schnell hin. Ich freue mich immer, wenn Erna von den
Streichen unserer kleinen Moni erzählt. Der Himmel mag
wissen, was sie mit unserem Hausrat anstellt. Sie wird
der Mutti wohl viel extra Arbeit machen. Ich habe oft
furchtbare Sehnsucht nach meiner kleinen Maus. Die Bild-
chen stehen täglich vor mir auf dem Tisch. Nun, liebe Eltern,
muß ich für heute schließen, in Kürze beginnt meine Post-
runde. Seid herzlich gegrüßt von Eurem Hanno.
Papa darf Mami einen Kuß von mir geben.

[sideways]
Über unsere Weihnacht und Silvester habe ich ja Erna schon geschrieben.

Source of of one of the meanings for "Haarbeutel":
https://de.wikipedia.org/wiki/Haarbeutel

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by history1 » 21 Nov 2019 10:20

nichte wrote:
19 Nov 2019 04:14
Liebe Mama!
Wenn ich Dir heute schreibe, fern
so gedenke ich
Deiner in Dankbarkeit. Besonders möch-
te Dir danken für die aufopfernde
Liebe, mit der Du meiner Frau in
schweren Tagen beigestanden hast. [...]
Liebe Mama!
Wenn ich Dir heute schreibe, fern
[...]
so gedenke ich
Deiner in Dankbarkeit. Besonders möch-
te Dir danken für die aufopfernde
Liebe, mit der Du meiner Frau in
schweren Tagen beigestanden hast. [...]

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by history1 » 21 Nov 2019 10:31

nichte wrote:
19 Nov 2019 19:16
[...] Von meinem
Fenster habe ich einen herrlichen Ausblick auf
die Schneelandschaft. Das dunkle grau [Grau]meiner
frisch gewaschenen Unterhosen, die draußen zum
trocknen hängen, sticht ganz schön ab von dem
blendend weißen Schnee. [...]. Von Anna


Hynkemaier bekam ich auch neulich einen
Brief, habe mich sehr gefreut, daß die treue
Seele immer so von [an] uns denkt. Ein Packet [Paket]
hat sie auch an mich abgeschickt. [....]
ließe sich das nicht machen? Soeben kommt
ein Kamerad mit einer Tasse Boillon[Bouillon], was
kann man da mehr verlangen vom Sonntag
morgen. [...]

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by history1 » 21 Nov 2019 10:36

Hoffentlich erlebt Oma noch den …..;
Most likely "Frühling".
Einen Gruß von Frau Niedziella,
ich hatte sie erschreckt, weil ich die
Anschrift auf einen Brief von Hans
geschrieben habe.
Obviously Mrs. Niedzela ( = Sunday) was his host.

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by history1 » 21 Nov 2019 10:54

nichte wrote:
21 Nov 2019 02:56
As I read it.
Hiltraut
------------------
Rußland, am 23. I. 43

[...] Wir
wohnen im Bunker mit zwei Mann. Dazu kommen dann
die Gaultiere, Ratten, Mäuse, Läuse. [...]
"Gaultiere" doesn´t make any sense. "Gaul" is a pejorative term for horse like hack/nag but the author confused them likely with Maultiere = mules.
Last edited by history1 on 22 Nov 2019 08:18, edited 1 time in total.

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Re: SS-Feldpost 1942-1944 decyphering help

Post by nichte » 22 Nov 2019 00:53

Yes Roman, I agree that "Gaultiere" do not really make any sense at all!
After re-reading the sentence, I think now I would read it as "Haustiere".
Hiltraut

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