Herms Niel

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Re: Herms Niel

Postby Fallersleben » 23 Mar 2017 18:14

"8. Reichsparteitag der NDSAP “Parteitag der Ehre”, Nürnberg, 8. bis 14. September 1936.
Marsch des Reichsarbeitsdienstes durch die Königstraße in Nürnberg.
Foto, 10. September 1936."

AKG1633964.jpg
Source: akg-images.de
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Article: Märkische Allgemeine, 23.05.2017

Postby Fallersleben » 28 May 2017 14:04

"Neues zur NS-Karriere von Herms Niel

Das Potsdam-Museum hat Dokumente zur NS-Karriere des Musikers und Komponisten Herms Niel bekommen. Der Potsdamer leitete den Musikzug der Reichsführerschule des Arbeitsdienstes und gilt als bedeutendster Marschliederkomponist des „Dritten Reichs“. Das Material soll in eine 2018/19 geplante Sonderausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne“ einfließen.

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Potsdam. „Herms Niel, den Namen lesen wir so oft in den Sendefolgen des Rundfunks. Und jedesmal ist es eine besondere Freude, seine schmissige Musik aus dem Lautsprecher zu hören.“ Mit diesen Worten eröffnete eine Illustrierte ihre Reportage über „Herms Niel und seine Marschmusik – Der Reichsmusikzug des Arbeitsdienstes“. Tragendes Bild ist eine Aufnahme des Dirigenten beim Reichsparteitag der NSDAP 1937 in Nürnberg.

Der Name Herms Niel (1888-1954), laut Wikipedia „der bedeutendste Marschliederkomponist des ,Dritten Reiches’“, ist eng mit Potsdam verbunden. Mitte der 1930er Jahre lief seine Karriere glänzend. Der Schlager „Im Rosengarten von Sanssouci“ war 1928 sein erster Hit.

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Bereits im Ersten Weltkrieg Militärmusiker, gründete Herms Niel alias Ferdinand Friedrich Herrmann Nielebock, 1927 sein eigenes „Potsdamer Ritterschaftsorchester“. Unter dem Namen „Potsdamer Tonkünstler Orchester“ sollte der Klangkörper schon bald auf 60 Musiker anwachsen. 1933 komponierte Niel „Der Geist von Potsdam“, ein Werk, das nach Angaben des Potsdamer Musikwissenschaftlers und Herms-Niel-Biografen Thomas Freitag „Händelsche Melodik, berühmte Preußenmärsche und im Trioteil das Horst-Wessel-Lied bekenntnishaft vereinte“.

Im März 1934 wurde Nielebock zum Leiter des Musikzuges der Reichsführerschule des Arbeitsdienstes ernannt, die im Marstall und im

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Südcommun des Neuen Palais untergebracht war. Der Aufmarsch des Musikzuges in preußischen Traditionsuniformen und in der Uniform des Reicharbeitsdienstes ist ein Motiv, das sich mehrfach findet in einer Sammlung mit Malerei, Fotografien und Dokumenten, die jetzt über die Vermittlung von Thomas Freitag als Schenkung ans Potsdam-Museum ging.

Aufbewahrt wurden die Zeitzeugnisse in Bayern von Klaus-Peter Kobl, dessen Vater Fritz seit 1936 Mitglied und über viele Jahre Geschäftsführer des von Herms Niel geführten Musikzuges war. In einem im Juni 1946, mehr als ein Jahr nach dem Kriegsende, im Potsdamer Ortsteil Eiche aufgesetzten Zeugnis lobte Nielebock Kobl als „sehr gewissenhaften und ehrlichen Menschen“: „Ich kann diesen guten Kollegen und Kameraden nur einfach empfehlen und ihm nur wünschen, dass er auf seinen zukünftigen Arbeitsplätzen dieselbe Anerkennung findet.“

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Das Fotoalbum Fritz Kobls liefert die Bilder zur Musikerkarriere Nielebocks nach 1933. Ein Auftritt des 50-Mann-Orchesters um 1935 in Berlin, der Dirigent in der Mitte des Bildes vor einem großen Hitler-Porträt. Nielebock mit dem Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl auf einer undatierten Aufnahme. Bilder von Reichsparteitagen in Nürnberg mit Zehntausenden Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes in Formation. Dazu die Reportage der Illustrierten mit Nielebock auf dem Dirigentensockel.

Eine Aufnahme von Nielebock mit der glühenden Hitler-Verehrerin Winifried Wagner 1940 am Rande der Bayreuther Festspiele. Fotografien von Auftritten des Orchesters im von der Wehrmacht besetzten Europa – in Frankreich, Norwegen, Belgien, Bulgarien, Ungarn. Schließlich, das steht als handschriftlich neben dem in einem Arbeitszimmer entstandenen Bild, „Fritz mit seinem Chef bei Besprechung – Fritz war Verwalter des Orchesters und auch Musiker (persönlicher Referent)“.

Nielebock, der mit Kompositionen wie „Denn wir fahren gegen Engeland“, „Erika“, dem „Panzerkampflied“ oder „Wir stürmen dem Siege entgegen“ nach Einschätzung seines Biografen Freitag „den kompletten Sound zu Hitlers Krieg“ geliefert hatte, blieb nach dem Kriegsende weitgehend unbehelligt. Kurzzeitig von der sowjetischen Militäradministration festgesetzt, gab er in der Kaserne Potsdam-Eiche ein gutes Jahr Unterricht für russische Musiker. Erst im November 1946 setzte er sich in das von den Briten besetzte Emsland ab.

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Im Dezember 1949 wurde in Hannover die „Entnazifizierung“ Nielebocks bekannt gegeben und begründet: „Der Betroffene ist kein politischer Mensch.“ Er sei vielmehr „ein etwas schwärmerischer, aber auch temperamentvoller Vollblutmusiker und daneben auch Verseschmied, der in erster Linie Tanzlieder, die von Mädchen und Liebe handelten, dichtete und vertonte“. 1954 wurde Nielebock in Potsdam-Eiche bestattet. Seine Grabstätte ist erhalten geblieben.

Wenke Nitz, Historikerin am Potsdam-Museum, begrüßte die Schenkung als wertvollen Zugang für die Sammlung des Hauses. Wie berichtet, ist das Museum für eine 2018/19 geplante Sonderausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne. Potsdam und Babelsberg 1914-1945“ auf der Suche nach Zeugnissen der Potsdamer Zeitgeschichte."

Article: Märkische Allgemeine, 23.05.2017
Photos: Potsdam-Museum
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Re: Herms Niel

Postby Ivan Ž. » 28 May 2017 20:38

An excellent addition, thanks for posting!

Especially interesting is the photo (and the painting) in front of the New Palace (at the time used as the Reichsführerschule des Arbeitsdienstes) in old Prussian uniforms.

Cheers,
Ivan

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Re: Herms Niel

Postby Fallersleben » 09 Jun 2017 20:10

zvab.com.jpg
Source: zvab.com

Kraft durch Freude-Fanfare... an unknown Niel piece? The framed photo on his desk shows a man in uniform? Who is it?
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Re: Herms Niel

Postby Ivan Ž. » 09 Jun 2017 20:56

Fallersleben wrote:Kraft durch Freude-Fanfare... an unknown Niel piece?

Indeed! Another excellent find, thanks for sharing [added to the composition list now]. And it was played on the Herms-Niel-Fanfaren!

Fallersleben wrote:The framed photo on his desk shows a man in uniform? Who is it?

Looks like:
Dietl.jpg

(but bare in mind that it could be a propaganda photomontage; there's something unnatural about it; also, another photo of Niel sitting at the same desk, in the same position, shows no framed photos in front of him; however, I'm not 100% sure that the two Niel pics were taken at the same time, so he might have put the framed photos there himself at some point)

Cheers,
Ivan
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Re: Herms Niel

Postby GregSingh » 11 Sep 2017 01:19

Page from Das interessante Blatt, 21.May.1941.
Mentions his Professor's appointment.
(Click on to see in full resolution!)

Das interessante Blatt.jpg
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Re: Herms Niel

Postby Ivan Ž. » 11 Sep 2017 02:29

A wonderful addition, Greg, thank you for posting.

Those are the same photos that can be found on page 4, with the "Ceges Soma" logo viewtopic.php?p=1051394

(the "Siegeslied" photo is different than the one from Ceges though)

Nice to finally see them in printed version.

Cheers,
Ivan

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Re: Herms Niel

Postby GregSingh » 12 Sep 2017 00:05

And here two pages (careful, large scans!) from 12 May 1940 edition of Das Kleine Volksblatt, where Maestro talks about himself and his music, during journalist visit to his house. Pity photos are not good. :(

Is "Parademarsch und Lied für die 30. Division" the same composition as "Die Division von Briesen" ?
Never heard of "Die Wacht auf Norderney"... 8O

p1.jpg

p2.jpg
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Re: Herms Niel

Postby Ivan Ž. » 12 Sep 2017 12:04

Hats-off to Greg, who has, most importantly, finally found the story of how the famous "Erika" song was created! :thumbsup:

In the article, Niel explains that one day, during the summer of 1938, as usual, he went for a walk with his dog Dina on a hill behind his house; Dina, who liked to fight bees and wasps, spotted a wasps nest and started fighting, and with Niel's help, won the battle. Then Niel spotted a violet flower on the ground and picked it, thinking that it was a heather [German: Erika]. Already on his way back, he was humming in rhythm: E-ri-ka, E-ri-ka... (in the lyrics, he replaced the wasps with bees). He also explains that when he showed the flower he picked to his gardener the next day, the gardener bursted into laughter, saying that it was not a heather [Erika] at all, but a thyme! Niel adds that although he was ashamed of his botanical knowledge, the "Erika" song was nonetheless born - and he had no reason to be ashamed of the song too :D

Greg - thank you very much one more time for this excellent find.
Ivan

PS
"Parademarsch und Lied für die 30. Division" is surely the same as "Die Division von Briesen"; I haven't heard of "Die Wacht auf Norderney" either (and there are some more unknown compositions mentioned; an excellent article).

reichmusik
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Re: Herms Niel

Postby reichmusik » 13 Sep 2017 00:59

Great find indeed, and thanks Ivan for the translation. Good story indeed, and inline with how a lot of Niel's songs were inspired by nature.

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Re: List of covers of Niel's songs

Postby Ivan Ž. » 19 Oct 2017 13:55

Ivan Ž. wrote:List of foreign and German covers of Niel's songs:

Bosnia & Herzegovina

Sa pjesmom u boj
Melody: Matrosenlied (Wir fahren gegen Engelland)/ Composer: Herms Niel
Lyricist: Anonym
Publisher: ?
Opening Line: Pjesma ječi, sva se zemlja trese

"Sa pjesmom u boj" [Into Battle With a Song] wasn't the only Bosnian (Waffen-SS) cover of a Niel song. They also covered "Es ist so schön, Soldat zu sein" and named it "Ružmarin dragani" [Dear Rosemary]. It is, however, questionable whether these songs, which were initially published in the "Handschar" division's propaganda magazine, were actually accepted and sung by the troops; apart from being translated into their (Croatian) language, the songs had very little to do with the spirit of the people from the Balkans; the songs' spirit, especially in the "Ružmarin" one, remained typical German (the melody is cheerful, yet one's singing about his girl laying flowers on his own grave), to which the Bosnians could hardly relate.

Cheers,
Ivan

Note: "Ružmarin dragani" has been added to the list now.


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